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Archive for the ‘Recht’ Category

Der Energieausweis - das "Pickerl" für die Immobile

Bis jetzt war die Vorlage eines Energieausweises bei Verkauf oder Vermietung einer Immobilie mit einem Gebäude zwar verpflichtend, aber es gab keine Konsequenz, wenn der Energieausweis nicht vorgelegt wurde. Dann wurde einfach automatisch vereinbart, dass eine, dem Baujahr gemäß, entsprechende Energieeffizienz vorliegt. Theoretisch könnte ein Käufer klagen, falls sich im Nachhinein herausstellt, daß das Gebäude eine schlechtere Energieeffizienz hat. Dies ist meines Wissens jedoch nie vorgekommen. Daher haben viele Verkäufer oder Vermieter auf die Erstellung des Energieausweises verzichtet.

Das soll sich jetzt ab 2012 radikal ändern: Der Energieausweis muss bereits vorliegen wenn die Immobilie zum Verkauf angeboten wird und die Energiekennzahl muss in allen Inseraten angeführt werden. 

Ein Verkäufer, Vermieter oder Immobilienmakler, der es unterlässt, in dem Inserat die Energieeffizienzklasse des Objekts anzugeben, begeht eine Verwaltungsübertretung und ist mit einer Geldstrafe bis zu 1450 Euro zu bestrafen.

Das Bundesministerium für Justiz hat mittlerweile den Ministerialentwurf für das neue Energieausweis-Vorlage-Gesetz  zur allgemeinen Begutachtung versandt. Das neue Gesetz soll mit 1. Januar 2012 in Kraft treten; die Begutachtungsfrist endet am 30. September 2011. Das bisher geltende Energieausweis-Vorlage-Gesetz aus dem Jahr 2006 soll aufgehoben werden.

Die Gesetzesvorlage können Sie hier downloaden.

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Kinderlärm ist oft nicht vermeidbar

Gastbeitrag von Dr. Peter Pitzinger

Immer wieder kann man lesen, dass sich Nachbarn über Kinderlärm beschweren oder die Errichtung von Kindergärten an Einsprüchen der Anrainer scheitert. Doch wie sieht die Situation tatsächlich rechtlich aus? Haben solche Beschwerden Aussicht auf Erfolg?

Kinderlärm könnte einerseits nach dem Privatrecht ein Streitfall werden, etwa in dem ein Nachbar bei Gericht eine Unterlassungsklage nach § 364 Abs. 2 ABGB einbringt, weil die Spielgeräusche und das Kinderlachen als „Immission“ in sein Grundstück oder seine Wohnung indirekt einwirken. Eine solche Klage ist nur möglich, wenn die Einwirkung das nach örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreitet und die ortsübliche Benützung des eigenen Grundstückes wesentlich beeinträchtigt. Die Judikatur des Obersten Gerichtshofes (OGH) geht z.B. auf Lärm durch Klavierspielen sehr häufig ein, aber Kinderlärm war bisher kaum ein Thema. 1977 entschied der OGH in Zusammenhang mit einem Kinderspielplatz, dass unmittelbare Einwirkungen (Ball über den Zaun) unterlassen werden sollen, die Lärmbelästigung wurde aber als ortsüblich qualifiziert . Auch ein Rechtsanwalt konnte sich 2007 gegen einen neuen Spielplatz in seiner Wohnanlage nicht durchsetzen. „Von einem Kinderspielplatz ausgehender Lärm könne grundsätzlich nicht als Störung angesehen werden, die die Brauchbarkeit einer Wohnung oder einer Rechtsanwaltkanzlei vermindere“ schreibt der OGH in seinem Urteil . Als Maßstab sei das Empfinden eines verständigen Durchschnittsbürgers wesentlich, nicht die besondere Empfindlichkeit einer Person.

Zum Bereich des privaten Rechts gehören auch Hausordnungen und Mietverträge, die meist auf die Ruhezeiten in der Nacht und am Wochenende verweisen. Kinderlärm und Babygeschrei müssen aber auch in diesen Fällen akzeptiert werden. Absichtliche Lärmquellen, wie z.B. Rollschuhfahren in Wohnanlagen, können natürlich untersagt werden.

Wenn die Polizei anrückt, dann gab es eine Anzeige nach dem öffentlichen Recht, meist den Landespolizeigesetzen. Im NÖ Polizeistrafgesetz etwa ist die Erregung ungebührlichen störenden Lärms eine Verwaltungsübertretung und kann mit Geldstrafen oder Arrest bestraft werden. Diese oder ähnliche Formulierungen finden sich in den Gesetzen aller Bundesländer. Dazu gibt es auch eine Reihe von Entscheidungen der Unabhängigen Verwaltungssenate, die als letzte Instanz Verwaltungsstrafsachen entscheiden.

Ein Lärm ist dann tatbestandsmäßig, wenn er „störend“ ist und „ungebührlich“. Im Juristendeutsch ist ein Lärm dann störend, wenn die Geräusche wegen ihrer Lautstärke für das menschliche Empfindungsvermögen unangenehm in Erscheinung treten. Das Wohlempfinden normal empfindender Menschen ist wegen der Art oder Intensität des Lärms beeinträchtigt. Es kommt nicht auf die subjektiven Gefühle der Person an, die sich beschwert fühlt, sondern es ist ein objektiver Maßstab anzulegen. Zur Ungebührlichkeit ist zu sagen, dass ein gewisses Maß an Lärm, auch wenn dieser als störend empfunden wird, geduldet werden muss. Störender Lärm ist dann ungebührlich, wenn das Tun oder Unterlassen, das zur Erregung des Lärms führt, gegen ein Verhalten verstößt, wie es im Zusammenleben mit anderen verlangt werden muss.

Gerade in Wien wurde vom Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) einige Male entschieden, dass die Geräusche die „mit dem Aufziehen von Kindern regelmäßig verbunden“ und nicht vermeidbar sind, kein ungebührlicher Lärm sind. 1993 wurde eine Mutter mit Straferkenntnis schuldig gesprochen, weil „sie es unterlassen hätte, auf die in der Wohnung anwesenden Kinder erzieherisch einzuwirken, sodass durch Kindergelächter und Gequietsche, Herumlaufen, Trampeln, Polter- und Klopfgeräusche, sowie Schreie, störender Lärm erregt worden sei.“ Dieser Bestrafung lagen Schallpegelmessungen in der Nachbarwohnung zu Grunde, die Spitzen bis zu 61 dB brachte (Quietschen eines Kindes). Die Strafe nach dem Wiener Landes-Sicherheitsgesetz betrug 1.000 Schilling oder 60 Stunden Ersatzfreiheitsstrafe. Die Mutter berief beim UVS gegen dieses Straferkenntnis.

Richtig entschied der UVS Wien , dass der Lärm zwar – auch objektiv gesehen – störend gewesen war, aber nicht ungebührlich. Auch der Verwaltungsgerichtshof vertrat die Auffassung, dass das typische Schreien von Säuglingen und Kleinstkindern, aber auch der typische Lärm von kleineren Kindern, nicht als ungebührlich beurteilt werden kann. Selbst eine gelegentliche kurze Rauferei von Klein- bzw. Vorschulkindern ist nicht ungebührlich, erkannten die Höchstrichter. Das gehöre zum „normalen“ Bewohnen von Räumen dazu.

Neben den Sicherheitsgesetzen finden sich aber auch in den Bauordnungen der Länder Anknüpfungspunkte. In Niederösterreich wurde mehrmals versucht Kinderspielplätze bis hinauf zum Verwaltungsgerichtshof zu verhindern. Die Beschwerdeführer hatten aber keinen Erfolg, denn „Spielplatzgeräte“ gehören laut § 17 Abs. 1 Z. 10 NÖ Bauordnung 1996 zu den Vorhaben, die ohne Bewilligung oder Anzeige durchgeführt werden dürfen. Solche Spielplatzgeräte müssen auch nicht vorgefertigt oder nach standardisierten Konstruktionsplänen errichtete Geräte sein, sondern es fällt jedes zum Spielen geeignete und dazu bestimmte Gerät unter diesen Begriff .

Selbst ganze Spielplätze müssen nicht nach der Bauordnung bewilligt oder angezeigt werden, weil sie in der Aufzählung der entsprechenden Vorhaben nicht angeführt sind. Daher haben die Nachbarn und Anrainer keine Möglichkeit Einwände zu erheben. Abgesehen davon ist der Verwaltungsgerichtshof stets der Meinung gewesen, dass die Immissionen (z.B. Lärm), die sich im Rahmen des in einer Widmungskategorie üblichen Ausmaßes halten, von den Nachbarn hingenommen werden müssen. Insbesondere gilt dies hinsichtlich der Lärmimmission die in Wohnhausanlagen üblich ist. Kinderlärm von einem Spielplatz muss daher von den Nachbarn hingenommen werden.

Auf Gemeindeebene ist es möglich, dass so genannte „ortspolizeiliche Verordnungen“ zum Lärmschutz erlassen werden. Darin wird z.B. die Verwendung von Rasenmähern geregelt. In einer Verordnung des Gemeinderates der Landeshauptstadt St. Pölten vom 27. Oktober 2003 ist etwa festgelegt, dass lärmerzeugende Maschinen in Wohngebieten in der Zeit von 20 bis 7 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganztägig verboten ist. Alleine in solchen Verordnungen finden sich Angaben zu geschützten Zeiten (Nachtruhe, Sonntag). Kinderlärm kann hier nicht geregelt werden.

In Deutschland wurde im März 2011 ein Gesetz in den Bundestag eingebracht , dass in Wohngebieten künftig nicht mehr gegen Kinderlärm geklagt werden kann. Besonders gegen Kinderbetreuungseinrichtungen und Spielplätze wurde immer wieder auf Grundlage des deutschen Bundesimmissionsschutzgesetzes geklagt. Kinderlärm kann in Deutschland derzeit als „schädliche Umwelteinwirkung“ qualifiziert sein.

In Österreich gibt es eine gesicherte Rechtslage, dass Kinderlärm nicht ungebührlich und meist auch nicht störend ist. Weder durch das Privatrecht noch durch das Verwaltungsrecht können Kinder am Lachen, Laufen, Raufen und selbst Quietschen gehindert werden.

Der Autor ist Jurist, fünffacher Familienvater und Leiter des Familienreferates der NÖ Landesregierung.

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Immer öfter hört man in letzter Zeit von Betrug bei Immobilienangeboten.

Die Masche der Betrüger läuft meistens sehr ähnlich ab. Es werden auf Online Immobilienseiten Wohnungen und Häuser sehr günstig zur Miete angeboten. Der Vermieter ist im Ausland und kann die Immobilie nicht herzeigen, aber es gibt jede Menge hübsche Fotos und die Kommunikation läuft nur per Email. Und der Preis ist so attraktiv, dass der Mietinteressent bereit ist die Wohnung ohne Besichtigung zu mieten. Die Schlüssel sollen dann per Post oder Lieferservice an den Mieter gesandt werden, sobald die Kaution eingelangt ist. Die Mieter bezahlen, doch der Schlüssel kommt nie an.

Ich habe selbst einmal einen Interessenten bei der Suche geholfen, der auf ein derartiges Angebot reagiert hat. Er erhielt folgendes Email von der vermeintlichen Vermieterin:

Von: xxxxxx
Gesendet: Dienstag, 20. Oktober 2009 14:23
An:xxxxxxxxxxxxx
Betreff: RE: Schnellanfrage zu Objekt 689385 – wohnung Zedlitzgasse 3! 400euro/Monat (für xxxxxx )

Hello,
Thank you for your interest. My name is xxxxxxx and from the internet add, you could see, that the apartment located in: Zedlitzgasse 3, 1010 Wien. It has 2 bedrooms, 1 bathrooms, 1 kitchen and 1 living room.
I am looking for someone to live in it, as soon as possible, because my company has won the auction for a project, in construction, for a building that will rise up in Liverpool,UK. I am a civil engineer, so my accommodation period in Liverpool will be about 4 years. The renting period is from 2 months upto 1-8 years.. As a result of this I want to rent, for this period, at this price and also to find the perfect person for my apartment. I`m the owner of the apt and it’s like in the pics.
The apartment is furnished, but I have the option of sending all my furniture into storage if you want to bring your own (no extra costs). The rent for 1 month is 400 EUR but the deposit is for 2 months at rent 800EUR (for the whole apartment) including all utilities (water, electricity, Internet, cable, parking, air conditioning, dishwasher, garbage disposal, microwave, refrigerator). You can move in the apt in the same day when you receive the keys. The only problem is that I`m the only person who has the keys but I hope that we will find a solution.
Thank you for your interest and I will look forward to hearing from you soon.
Good luck,
xxxxxxxxxxx
P.S. Please tell me if this is what are you looking for and reply my only if you are truly interested in the apartment

Ich konnte diese Betrugsabsicht relativ leicht enttarnen. Erstens war die Miethöhe für eine derartige Wohnung im Zentrum unrealistisch nieder. Das Email war offensichtlich fehlerhaft, da die Person ihren eigenen Namen unterschiedlich schrieb. Daher läuteten gleich alle Alarmglocken bei mir. Nach einer Grundbuch Recherche meinerseits war klar, dass es keine Person des angegebenen Namens gab, die als Eigentümerin einer Wohnung unter dieser Adresse geführt war.  Somit konnte ich die Interessenten vor einen Schaden bewahren und ich haben eine entsprechende Wohnung für sie gefunden, die alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllte und zu ihrer Lebens- und Einkommenssituation gepasst hat.

Weiters sind in letzter Zeit auch Betrugsversuche aufgetreten, die einen angeblichen RE/MAX Makler in England als Empfänger des Geldbetrages angeben, damit sich der Mieter in Sicherheit wiegt, wie man in dem Fernseh Beitrag von Planetopia sehen kann. Natürlich gab es diesen Makler bei RE/MAX in England gar nicht und das Geld ist weg.

Sie können jederzeit nachsehen, ob es einen bestimmten Makler wirklich im RE/MAX Netzwerk gibt.  Das geht ganz einfach auf der jeweiligen regionalen Landes Homepage, wie in Österreich unter http://www.remax.at/?id=buerosuche . Weiters sind die Kontaktdaten des Maklers angeführt und Sie können persönlich mit ihm in Verbindung treten. Im Normalfall wird der Makler die Kaution nicht entgegennehmen, ausser er hätte eine schriftliche Vollmacht des Eigentümers. Der Makler muss durch einen Grundbuchauszug belegen können, dass dem vermeintlichen Eigentümer  die Wohnung auch wirklich gehört.

Also passen Sie bei den Online Schnäppchen auf, denn die gibt es in den allerwenigsten Fällen!

Am besten beraten sind Sie immer bei einem seriösen Maklerunternehmen.

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Foto: © Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles / Mike Ranz

Mit 22. Dezember 2010 wurden vom Nationalrat zahlreiche Gesetzesänderungen beschlossen.

Die 2 wesentliche Änderungen für Immobilienkäufer sind:


1, Erhöhung der Grundbucheintragungsgebühr um 0,1% auf 1,1%

Die Erhöhung fiel mit 0,1% relativ moderat aus. Ich hätte eher 0,5% Erhöhung erwartet.

Änderung des Gerichtsgebührengesetzes:

1. Eintragungen (Einverleibungen) zum Erwerb des Eigentums und des Baurechtes,vom Wert des Rechtes 1,1 vH

2, Wegfall der Kreditgebühr von 0,8% der Kreditsumme

Endlich ist diese in Europa einzigartige Gebühr gefallen. Personen die einen Kredit aufnehmen wurden zusätzlich zu den Kreditgebühren der Bank noch mit einer Abgabe an den Staat bestraft. Diese wurde jetzt ersatzlos gestrichen.

Änderung des Gebührengesetzes von 1957

§ 33 TP 8 Darlehensverträge nach dem Wert der dargeliehenen Sache 0,8 v.H.  – wird ersatzlos gestrichen

Für Immobilienkäufer wirkt sich das Sparpaket insgesamt eher positiv aus. In den meisten Fällen werden Immobilienkäufe zumindest teilweise über Kredite finanziert. Wenn z.B. ein durchschnittlicher Kreditanteil von 50% der Kaufsumme aufgenommen wird, erspart sich der Käufer durch Wegfall der Kreditgebühr 0,4% des Kaufpreises. Für die Erhöhung der Eintragungsgebühr stehen 0,1% entgegen, was insgesamt einen durchschnittlichen Vorteil von 0,3% der Kaufsumme ergibt.

Also somit erhalten Immobilienkäufer durch das Sparpaket sogar noch eine kleines Weihnachtsgeschenk….

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Bild: Unzensuriert.at

Laut einem Artikel auf Unzensuriert.at gab es ein sensationelles Urteil für Mieter in Genossenschafts- Wohnungen oder Häuser.

Normalerweise kann man das Wohnobjekt nach Ablauf von 10 Jahren im Eigentum erwerben. Dazu wird ein von der Genossenschaft errechneter Barwert bezahlt. Die meisten Mieter bringen diesen teilweise oder gänzlich über einen Kredit auf.

Jetzt wurde ein Urteil gefällt, dass der Kauf auch mittels Übernahme des bestehenden Kredites erfolgen kann. Dies wird für den Käufer natürlich entsprechend günstiger und die Genossenschaft hat keine Möglichkeit mehr einen zusätzlichen Kaufpreis zu verdienen. Allerdings geben die Genossenschaften diese Verdienstmöglichkeit nicht freiwillig auf und lassen sich klagen.

Hier der Artikel im Original:

Mut und Ausdauer bewiesen 14 Bürger in der Marktgemeinde Hohenberg. Sie zogen gegen eine Wohnbaugenossenschaft vor Gericht, weil sie bei Übernahme der Häuser ins Eigentum keinen Barkaufpreis zahlen wollten. Ein Musterprozess im Bezirksgericht Lilienfeld, der für Aufsehen sorgte. Nach dreieinhalb Jahren gingen die Kläger als Sieger hervor. Eine Sensation!

Wenn Asterix und Obelix im gallischen Dorf gegen die übermächtigen Römer kämpfen, haben sie alle Sympathie der Welt. Wie immer, wenn David gegen Goliath antritt. Ähnlich die Situation in Hohenberg: 14 Bürger gegen die Erste burgenländische Siedlungsgenossenschaft regGenmbH. Diese wollte von jedem Nutzer der Häuser einen Barkaufpreis in Höhe von 28.500 Euro kassieren, als die Bewohner nach dem 10. Jahr einen Antrag stellten, die Häuser ins Eigentum zu übernehmen. Die Nutzer wehrten sich, klagten und bekamen vom Richter tatsächlich recht: Sie übernahmen die Häuser ohne Bezahlung des Barkaufpreises ins Eigentum, stiegen lediglich in den laufenden Kredit, der 25 Jahre lang zurück zu zahlen ist, ein und entrichteten die üblichen Kosten wie Grunderwerbssteuer. Der Gegenanwalt sagte zu einer Klägerin: „Nicht ganz neidlos muss ich anerkennen, dass Sie mehr Recht haben, als uns lieb ist.“

Der Ausgang dieses Prozesses ging in den Medien fast unter. Erstmals hatte ein Richter das Verlangen eines Barkaufpreises verboten. Zum ersten Mal wurde aufgrund des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG), wonach sich Genossenschaften am Grundsatz der Kostendeckung zu orientieren haben und keinen Gewinn machen sollen, entschieden. Ein Urteil aber auch, das bis dato keine Veränderung brachte. Denn nach wie vor verkaufen die Gemeinnützigen die Wohnungen und Häuser an die Nutzer doppelt. „Das ist ein Unding“, kritiisert der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Martin Graf, „wenn die Wohnung abbezahlt ist, dürfen nur noch die Grunderwerbssteuer und die Rechtsgebühr anfallen.“

Genau das passiert nicht bei allen Genossenschaften. Bei den meisten funktioniert das so: Der „Mieter“ zahlt einen Finanzierungsbeitrag, der je nach Größe der Wohnung oder des Hauses zwischen 30.000 und 70.000 Euro ausmacht und das Nutzungsentgelt, das sich aus der Darlehensrückzahlung (dem größten Brocken), den Betriebs- und Verwaltungskosten, dem Erhaltungsbeitrag, der Rücklagen-Komponente und zehn Prozent Mehrwertsteuer zusammensetzt. Der Antrag auf Eigentum kann frühestens nach zehn Jahren gestellt werden, weil zu diesem Zeitpunkt die 20prozentige Mehrwertsteuer entfällt. In der Regel, so auch die Auskunft bei der Siedlungsgenossenschaft „Neues Leben“, errechnet dann ein Gutachter den Verkehrswert, zu dem der Nutzer die Wohnung oder das Haus ins Eigentum übernehmen kann.

Barkaufpreis lässt Genossenschaften immense Rücklagen anhäufen

Geht man vom Fall „Hohenberg“ aus, dürfte das nicht so sein. Sondern: Der Nutzer zahlt keinen Verkehrswert, übernimmt lediglich den laufenden Kredit (mit einer Laufzeit von meistens 25 Jahren) und entrichtet die Grunderwerbssteuer und die Rechtsgebühren. So wär’s richtig umd auch im Sinne des Rechnungshofes, der anmerkt, dass Maßnahmen nicht zum Nachteil der Mieter anzuwenden sind. Die derzeit durchgeführten Praktiken schaden aber den Nutzern und bevorteilen die Wohnbauvereinigungen, die dadurch immense Rücklagen anhäufen. Graf schätzt diese konservativ auf acht Milliarden Euro bei einer Gesamt-Bilanzsumme von 30 Milliarden.

Das Urteil vom Bezirksgericht Lilienfeld war ein Meilenstein, schreckt die Gemeinnützigen jedoch nicht. „Wem die derzeitige Regelung nicht passt, kann ja klagen!“, sagt ein Vertreter der Genossenschaften

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Rentiert sich die Vermittlung von Mietobjekten noch für Makler?

Jetzt ist es endlich passiert – der Bundesminister hat eine neue Maklerverordnung erlassen in der die Höchstprovisionen für Mieten neu geregelt werden.

Ab 1. 9.2010 reduziert sich für Mieter die maximale Provision von 3 auf 2 Monatsmieten. Bei befristeten Mietverträgen bis max. 3 Jahre beträgt die Provision nur mehr 1 Monatsmiete statt 2 Mieten. Diese Provisionssätze gelten nur für Wohnungen und Einfamilienhäuser, nicht für gewerbliche Immobilien. Die Miete, als Basis für die Provisionsberechnung setzt sich immer aus der Monatsmiete inkl. der Betriebskosten exkl. MwSt. zusammen. Bei Verrechnung der Provision wird dann wieder 20% MwSt. hinzugerechnet.

Diese neue Verordnung, die bereits seit mehreren Jahren diskutiert wird, tritt natürlich knapp vor der Wiener Landtagswahl in Kraft. Ein Schelm der vermuten würde, dass das in irgendeinem Zusammenhang steht?! Vor allem wenn man bedenkt, dass der Großteil des Marktes für Wohnungsmieten auf Wien konzentriert ist.

Wie ich bereits in einem früheren Blogbeitrag geschrieben habe, besteht in Wien eine besondere Situation. Einige Makler haben sich auf den Mietmarkt spezialisiert und arbeiten mit Hausverwaltungen zusammen, die alle Leerstände an sie übergeben. Dafür bezahlen sie aber keine Provision von seitens des Vermieters, sondern verlangen sogar noch einen Teil der Provision des Mieters ein. Andere Hausverwaltungen haben eine Maklerfirma als Tochtergesellschaft und vermitteln die eigenen Immobilien. Für diese Spezies wurde jetzt die Provision noch zusätzlich halbiert.

Wenn man Vollkostenrechnung betreibt, dann kommt man bald darauf, dass sich die qualitativ hochwertige Vermittlungstätigkeit zur Vermietung von preiswerten Mietwohnungen für Makler einfach nicht mehr auszahlt, wenn er nur die Provision vom Mieter erhält. Es wird daher nötig sein, entweder die Vermieter zur Kassa zu bitten, oder Kosten- und Qualitätsreduktionen einzuführen. Oder eben diesen Markt nicht mehr anzugreifen.

Je weniger Qualität die Dienstleistung des Maklers hat, desto eher wird er es nicht schaffen, sich beim Vermieter durchzusetzen um dort eine Abgeber Provision zu erhalten. Also werden diese Makler entweder vom Markt verschwinden oder sie werden viel mehr arbeiten müssen. Denn wenn die Provision um 1/3 oder mehr gekürzt wird dann muss man eben um 1/3 mehr Objekte vermitteln. Wenn es die Objekte am Markt überhaupt gibt. Aber alle anderen Makler müssen dann auch um 1/3 mehr vermitteln und somit wird in gewissen Bereichen ein Maklersterben einsetzen. Diejenigen, die glauben, dass die Makler alle reich sind, seien darauf hingewiesen, dass der Durchschnitt der Immobilienmakler wahrscheinlich weniger verdient und mehr arbeitet als der durchschnittliche Angestellte.

Trotzdem geselle ich mich nicht zu den Kollegen, die einen großen Aufschrei machen und über die neue Verordnung bestürzt sind. Manche wollen sogar rechtlich gegen die neue Verordnung vorgehen. Das halte ich überhaupt nicht für sinnvoll.

Ich denke, wir Makler sollten einfach unseren Job gut machen, um hohe Qualität unserer Dienstleistung bemüht sein und somit sollten wir es schaffen auch vom Vermieter einen Provisionsanteil zu erhalten. Das wird zwar ein Umdenken am Markt verursachen, aber es macht die Aufteilung gerechter. Denn in Wahrheit arbeitet der Makler mehr für den Vermieter, als für den Mieter. Daher entsteht auch oft dieses Unrechtsgefühl der Mieter, der sieht, dass der Makler mit ihm vielleicht 2-3 Stunden Zeit verbracht hat und er soll dafür 3 Monatsmieten bezahlen. Dass der Makler bereits einen sehr hohen Zeitaufwand davor hatte, das sieht der Mieter ja nicht.

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Natürlich würde jeder gerne eine Immobilie erben, anstatt sie kaufen und mühsam finanzieren zu müssen.

Eine Studie der Nationalbank macht dafür aber wenig Hoffnung. Es wird nur eine sehr geringe Anzahl von Immobilien vererbt und das Alter der Erben ist im Durchschnitt knapp unter 60 Jahre.

Siehe dazu den Artikel im Standard:

http://derstandard.at/1277337074132/Nationalbank-Studie-Fuer-die-Masse-bleibt-der-Traum-vom-Erben-unerfuellt

Also doch: Ärmel aufkrempeln – und selbst kaufen (bauen, mieten, usw.)!

Mein ImmoTIPP:

Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass den wenigen Erben wieder eine Erbschaftssteuer aufgebrummt werden wird. Falls Sie eine Immobilie in den nächsten Jahren vererben oder als Erbe erwarten, dann sollten Sie diese bereits jetzt als Schenkung übertragen. Man kann ja alle Rechte, wie Wohnrecht, Fruchtgenuss usw. bei dem derzeitigen Eigentümer belassen.
Falls es zu einer Betreuung in einem Pflegeheim kommt, dann kann das Heim auf Vermögen zurückgreifen, das innerhalb der letzten 5 Jahre im Eigentum der Person gestanden ist. Wenn Sie rechtzeitig eine Schenkung veranlassen, dann besteht nach den 5 Jahren kein Zugriffsrecht mehr.

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