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Villa in Pressbaum

Ich sah mir vor ca.  2 Jahren eine hübsche, gediegene Villa in Pressbaum an die zum Verkauf stand. Ein Zahnarzt, der dort wohnte und auch seine Privat Praxis hatte, verlegte seinen Lebensmittelpunkt nach Wien.

Ich bot das Objekt um den gewünschten Verkaufspreis von 1.000.000,- an. Aber natürlich verkauft sich solch eine Immobilie nicht innerhalb weniger Wochen und die Eigentümer hatten es zuvor schon 2 Jahre lang angeboten. Da die Hausverlosung zu diesem Zeitpunkt boomte, sprangen Sie sehr rasch auf diesen Zug auf und boten das Haus zur Verlosung an.

Wie viele Andere zu dieser Zeit, sahen die Eigentümer die Verlosung als geniale Idee und die ideale Vermarktungsform für Ihre Immobilie. Die Villa wurde auf 1,1 Millionen Euro geschätzt und es wurden 12.999 Lose a 99,- Euro aufgelegt um mit dem Gesamtpreis auch die Nebenkosten abzudecken. In ca. 3-4 Monaten wollte man die Verlosung beenden und hoffte bis dahin alle Lose verkauft zu haben. Da dies nicht glückte, wurde eine Verlängerung des Termins gemacht. Da auch beim 2. Termin keine Verlosung zustande kam, wollten die Eigentümer nochmals verlängern, was aber zu Unmut bei den Loskäufern stieß. Schließlich brach der Verkäufer die Verlosung entnervt ab.

Siehe dazu sein Schreiben auf der Verlosungsplattform.

Was hat das gekostet?

  1. ca. 1 Jahr viel Arbeit und Dauerstress des Anbieters.
  2. Werbe- und Marketingkosten (geschätzt 20.000,-)
  3. Notars- bzw. Anwaltskosten (geschätzt 10.000,-)
  4. Glückspielsteuer  (12% von 99,- x 12.999 Lose = 154.428,-) die auf jeden Fall zu bezahlen ist.
  5. Rücküberweisungen und Administrationsaufwand für die bereits einbezahlten Lose. Selbst bei 2,- Zeitaufwandskosten und 5000 verkauften Losen sind das nur 10.000,- Euro Spesen.  Als Aufwandsentschädigung werden bei Rücküberweisung 20% des Lospreises einbehalten, was bei unserem Beispiel  5000 x 19,80 = 99.000,- ergibt.
  6. Gesamt würde das, abgesehen vom enormen Zeitaufwand Kosten von ca. 100.000,- Euro ergeben.

Also insgesamt ein sehr schlechtes Geschäft für den Verkäufer und für die Loskäufer.

Und das war kein Einzelfall. Es wurden eine Zeit lang ca. 150 Objekte zu je ca. 10.000 Lose a 99,- Euro angeboten. Wenn man sich das ausrechnet, dann kommt man auf ein Gesamtangebot von ca. 1,5 Millionen Lose a 99,- Euro. Da stellt sich die Frage: Wer soll die alle kaufen?

Insgesamt wurden meines Wissens bis jetzt in Österreich 3 Objekte durch Verlosung erfolgreich vermarktet. Allerdings sind hier noch einige Klagen anhängig, so dass diese noch nicht rechtskräftig ins Eigentum des Gewinners übergegangen sind. Wie die ganzen Klagen ausgehen, das werden die nächsten Jahre zeigen.

Die Euphorie um die Hausverlosung hat fast genauso schnell abgenommen, wie sie begonnen hat. Wahrscheinlich würde Hausverlosung funktionieren, wenn ca. 1 Objekt im Quartal von einer zentralen Stelle aus verlost werden würde. Somit hat man eine überschaubare Anzahl von Losen am Markt die auch verkaufbar sind.

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